Dabei konnten die Organisatoren auf Kontakte vergangener gemeinsamer Projekte in beiden Regionen im Rahmen des Comenius Regio- und des Erasmus-Programmes der EU zurückgreifen. Dazu zählt unter anderem die Partnerschaft zwischen der in Trägerschaft des Landkreises Birkenfeld befindlichen Berufsbildenden Schule (BBS) in Idar-Oberstein und der der Obchodní akademie Příbram (OAP).
Der erste Tag der Fortbildung begann in der Wildenburg-Grundschule in Kempfeld, wo Schulleiterin Kathrin Döpp trotz Ferienzeit eine interessante Führung mit Informationen über das Früherziehungssystem im Land Rheinland-Pfalz anbot und zahlreiche Fragen der Besuchergruppe beantworten konnte.
Viele Erkundigungen betrafen die Maßnahmen in Hinsicht auf Sprachprobleme oder Lernschwächen bei den Kleinsten.
Dazu konnte auch der neue VG-Bürgermeister Markus Schulz, der bis April Schulleiter der Nahetal-Förderschule in Idar-Oberstein war, viele Auskünfte geben. Die Führung durch Fachräume, Küche und Außenangebote der Wildenburg-Grundschule endete im „Grünen Klassenzimmer“, wo kindgerechter, naturnaher Unterricht stattfindet.
Dieser greift an der Wildenburg-Grundschule, die eine offizielle Nationalpark-Schule ist, auf das Angebot „Einblick in die Wald- und Wildnispädagogik“ zurück, wobei hier mit dem Nationalpark eine Kooperationsvereinbarung besteht.
Den ganzen Tag über begleitete Verena Sauerbrei vom Nationalparkamt die tschechische Besuchergruppe und demonstrierte nach dem Mittagessen in Allenbach dann im Wald am Nationalparktor Wildenburg viele praktische Lehrmethoden, die von den Erzieherinnen mit viel Spaß auch selbst durchgeführt wurden.
Verena Sauerbreis Temperament aktivierte auch alle, was ihrem „Chef“, Dr. Jan Rommelfanger, Leiter der Abteilung ‚Umweltbildung, Naturerleben, Regionalentwicklung Nationalparktore‘, ebenfalls sehr gut gefiel.
Der weitreichende Blick von der Windklang Skulptur Erbeskopf auf die Region beendete schließlich ein gut gefülltes Programm am ersten Tag.
Der zweite Fortbildungstag begann mit Kita-Leiterin Frau Christina Lüttwitz in Herrstein. Sie stieß auf zahlreiche Fragen zur Ausstattung, Finanzierung, Arbeitseinteilung sowie strukturelle Fragen in Hinblick auf die Vorschulbetreuung. Die Erzieherinnen aus Mittelböhmen erkannten viele Parallelen, aber auch gravierende Unterschiede zu den Arbeitsschichten und Lohneinstufungen der Mitarbeiter.
Auf Gastgeberseite fand man die tschechische Regelung, ab dem ersten Krankheitstag den Lohn auf 60 Prozent zu kürzen, um damit die Vertretung zu finanzieren, bemerkenswert. Ebenfalls bemerkenswert war die Information der tschechischen Gäste, dass bei ihnen die Kleinsten schon ab 6.00 Uhr in drei Schichten versorgt werden, um ihren Eltern – von denen viele nach Prag pendeln - die Arbeit zu ermöglichen.
Begleitet wurde der Besuch in der Herrsteiner Kita vom ehemaligen VG-Bürgermeister Uwe Weber. Er ließ es sich nicht nehmen, die Übersetzerin Lenka Lexova zu begrüßen, mit der er 15 Jahren lang in seinen früheren VG-Comenius-Projekten zusammengearbeitet hat. Auch damals waren die Grundschule Wildenburg, die Jugendfeuerwehr Herrstein und andere Vereine auf beiden Seiten beteiligt gewesen.
Nach der Besichtigung des historischen Herrsteiner Ortskerns, einem Mittagessen in der Zehntscheune und dem Besuch des Wasserwissenswerkes an der Steinbachtalsperre klang das Programm der Erzieherinnen aus Tschechien am zweiten Tag langsam aus.
Sie bedankten sich herzlich bei allen Beteiligten, insbesondere bei Oberstudienrat a.D. Michael Pelke für die Planung und Organisation der beiden Tage. Pelke betonte abschließend, dass er gerne auch weiterhin für seine frühere Zuständigkeit hinsichtlich der rheinland-pfälzisch/mittelböhmischen Beziehungen zur Verfügung steht.

An der Wildenburg Grundschule informierte Schulleiterin Kathrin Döpp die Erzieherinnen aus Mittelböhmen auch im „grünen Klassenzimmer“. Foto: Michael Pelke

In der KITA Herrstein waren der ehemalige VG-Bürgermeister Uwe Weber und der aktuelle Markus Schulz dabei, als Kita-Leiterin Christina Lüttwitz ihre Einrichtung vorstellte. Foto: Michael Pelke





