Integrierte Standortentwicklung

Fit für die Zukunft – das möchten alle Regionen sein und passende, individuelle Strategien finden. Doch was braucht die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, wenn sie im ländlichen Raum auch in Zukunft erfolgreich sein möchte?

Kommunen stehen bundesweit im Wettbewerb um Einwohner, Fachkräfte, Unternehmen. Ein Erfolgsfaktor für die Attraktivität des Standortes ist das bestehende Angebot an öffentlichen Einrichtungen, Infrastruktur, Kultur und Bildung.


Um die fusionierte Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen ganzheitlich zu entwickeln, wurde deshalb ein Standortentwicklungsprozess gestartet. Gefördert wird dieser durch das Ministerium des Innern und für Sport. Ziel ist es, neue Strukturen zu schaffen und Rahmenbedingungen gemeinsam mit den Akteuren vor Ort zu optimieren.

Dem demografischen Wandel zu begegnen ist eine zentrale Aufgabe, gerade im ländlichen Raum. Die Sicherung von Fachkräften in einem von Abwanderung betroffenen Gebiet eine weitere Herausforderung. Vom Thema Fachkräfte sind alle gesellschaftlichen Bereiche betroffen, insbesondere das Handwerk, Gewerbe, Dienstleister und die öffentliche Hand.

Jetzt startet die Verbandsgemeinde Herrstein-Rhaunen, gemeinsam mit der IHK Regionalgeschäftsstelle Idar-Oberstein und der Handwerkskammer Koblenz die Online-Unternehmensbefragung zum Thema Fachkräfte. Die Sicht der Handwerksbetriebe und der Unternehmen gilt es genauer kennen zu lernen.

Wie sieht die Lage in den Unternehmen und Handwerksbetrieben vor Ort aus? Wo gibt es Bedarfe? Gibt es Engpässe oder gar Mangel an Fachkräften? Was wären wichtige Punkte für die Fachkräftegewinnung, die in Zukunft angegangen werden sollten? Welche Prozesse können unterstützend begleitet werden oder welche müssen initiiert werden?

Der Link zur Online-Befragung wird in den nächsten Tagen freigeschaltet und den Handwerksbetrieben und Unternehmen übersandt. Bis zum 31.07.2020 ist eine Teilnahme möglich.

Die Ergebnisse der Befragung, Ideen und Anregungen fließen als Arbeitsgrundlage mit in den künftigen Standortentwicklungsprozess der Verbandsgemeinde mit ein.

Eine gute Gelegenheit sich aktiv an der Zukunftsfähigkeit des Standortes Herrstein-Rhaunen zu beteiligen – die Verbandsgemeinde hofft auf rege Beteiligung.

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Am 23.01.2019 trafen sich die Mitglieder der beiden Haupt- und Finanzausschüsse der Verbandsgemeinde Herrstein und Verbandsgemeinde Rhaunen sowie die Fraktionsvorsitzenden und Beigeordneten beider Verbandsgemeinden in Horbruch in „Scherer´s Landgasthof - Stadl“ in lockerer Runde, um gemeinsam Gedanken zum Thema auszutauschen, Informationen zum Prozess zu erhalten und erste Ideen zu entwickeln.


Vorangegangen waren Sitzungen der Haupt- und Finanzausschüsse in Herrstein und in Rhaunen im November, welche gezeigt haben, dass noch Informations- und Gesprächsbedarf besteht.

Georg Dräger, Beauftragter Verbandsgemeinde Rhaunen begrüßte die Anwesenden und stellte heraus, dass in der Vergangenheit in beiden Verbandsgemeinden schon vieles gemacht und auch vieles gut gemacht wurde. Nun sei es wichtig gemeinsam Vorstellungen für unseren künftigen Standort zu entwickeln und zu schauen, welche gemachten Erfahrungen auf andere Orte übertragen werden können.

Klaus Hepp, Ortsbürgermeister von Horbruch und Fraktionsvorsitzender CDU Rhaunen war erfreut, dass man seine Heimatgemeinde zum Treffen ausgewählt hatte und nutze die Gelegenheit den Anwesenden seinen Ort kurz vorzustellen. Für den Prozess ist es ihm wichtig die langfristige Entwicklung der künftigen VG sicherzustellen und vorhandenes Kirchturmdenken abzubauen. Scherzeshalber verwies er auch darauf, dass Horbruch auch keinen Kirchturm hat.

Uwe Weber, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Herrstein wies nochmals auf die enorme Größe der künftigen Verbandsgemeinde hin und dass wir nun versuchen müssen im „wir“ zu denken und zu handeln. Es sei wichtig alle mitzunehmen – Politik und alle Bürger. Er hatte die Bitte an die Kommunalpolitiker aktiv im Prozess mitzuwirken, keine Parteipolitik vor Ort zu betreiben und als gewählte Volksvertreter sich zum Wohle aller Bürger der künftigen 50 Orte zukunftsweisend und gestalterisch einzubringen. Nur gemeinsam können wir etwas verändern.

Die Moderation an diesem Abend übernahm Kristina Oldenburg. Sie steht den beiden Verbandsgemeinden beratend im Prozess zur Verfügung und kann auf zahlreiche Erfahrungen aus anderen Kommunalentwicklungsprozessen zurückgreifen. Welche Anforderung oder Erwartung der Kommunalpolitik gibt es? „Es sei wichtig eine gemeinsame Vorstellung zur Aufgabe zu finden und eine arbeitsfähige Struktur zu schaffen, die letztendlich entscheiden wird, wie wir hier vor Ort vorankommen“. Die Region muss ihre Einzigartigkeit herausarbeiten und kommunizieren – dies sei eine Chance für unsere Region an deren Ergreifung und Umsetzung nun neben der Kommunalpolitik auch alle Akteure vor Ort gefragt sind und an der Ausgestaltung beteiligt werden.

Der Prozess der Kommunalentwicklung wird vom Ministerium des Innern und für Sport für 3 Jahre begleitet und finanziell unterstützt. So legte auch Robert Freisberg aus Sicht des Innenministeriums nochmal grundlegend den Ablauf und die Ziele des Prozesses dar und stand für Fragen der anwesenden Kommunalpolitikern zur Verfügung. Die Region hat nun die Gelegenheit sich gemeinsam Gedanken zu machen, was aus der Region werden soll – wo stehen wir oder was sind wir in 10 Jahren? Jede Region hat ihre Eigenheiten und auch Besonderheiten und es sei wichtig Ideen im Rahmen des Prozesses zu entwickeln, was hier passieren soll – was für unsere Region wichtig ist und ein gemeinsames Ziel zu finden. Und mit diesem Ziel muss es uns gelingen uns gegenüber anderen Kommunen im interkommunalen Wettbewerb zu differenzieren. Die Zivilgesellschaft muss mit eingebunden werden und bietet eine neue Form der breiten Akteursbeteiligung; die ganze Region muss in eine Richtung gehen. Freisberg betonte, dass die Ideen und die Arbeit vor Ort geleistet werden muss – das Innenministerium stellt Mittel bereit einen Kümmerer einzustellen, tragfähige Strukturen innerhalb und außerhalb der Verwaltung für die Zukunft aufzubauen und das eine oder andere Projekt im Rahmen des Prozesses umzusetzen. Gefragt seien aber auch motivierte Kommunalpolitiker und Akteure, die sich für die Bürger dieser Region mit ihren Eigenarten einsetzen und an einem Strang ziehen. Die neue Verbandsgemeinde müsse über das „abarbeiten einzelner Projekte“ hinauskommen, ihren eigenen Weg gehen und Strategien entwickeln, die uns zu unserem Ziel führen.

Anschließend hatte jeder Kommunalpolitiker die Möglichkeit seine Gedanken zum Thema und gegebenenfalls auch erste Ideen kundzutun, welche für die Entwicklung des Standortes Herrstein-Rhaunen eine Rolle spielen könnten. Es ergab sich ein bunter Blumenstrauß an Gedanken und Ideen. Es zeigte sich, dass durchaus eine positive Einstellung zum Thema Integrierte Standortentwicklung vorhanden ist, übereinstimmende Ideen und Ansätze vorliegen und die Herausforderungen, als Region zu denken, erkannt wurden. Auch wurde klar, dass sich die Akteure und auch Gemeinden noch besser kennenlernen müssen und noch ein weiter Weg vor allen liegt.

Robert Freisberg benannte nochmals die Erfolgsfaktoren, welche den Prozess vor Ort beeinflussen. Neben dem Vorhandensein von Konsens seitens Verwaltung, der Parteien und Zivilgesellschaft (aller Akteure im Sozialraum) muss im Rahmen der Prozessgestaltung eine Struktur aufgebaut werden Dinge aktiv voranzubringen, für die Zukunft zu verstetigen und im Prozess geplante Maßnahmen durch aktives Projektmanagement umzusetzen. Es sei wichtig einen Prozessmanager in der Verwaltung abzubilden, der als Kümmerer intern zu den Gremien und innerhalb der Verwaltung agiere sowie extern neue Strukturen und Gesprächs- und Arbeitskreise betreut und aufbaut. Nur so könne eine Verstetigung der neuen Strukturen für die Zukunft geschaffen werden.

Die vorläufige Besetzung des Lenkungsgremiums, des internen Steuerungskreises sowie der Etablierung einer Stabsstelle für die Standortentwicklung für die Förderdauer wurde in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der Verbandsgemeinde Herrstein am 05.11.2018 einstimmig beschlossen. Dieser Beschluss soll nun auch auf der Sitzung im Februar im Haupt- und Finanzausschuss der Verbandsgemeinde Rhaunen gefasst werden und dann kann das Lenkungsgremium zur ersten Sitzung einberufen werden und den Prozess mit Leben und gemeinsamen Ideen füllen.


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